Was Designer während dem *BEEP* mögen

Die Arbeit „What Designers like during *beep*“ beschäftigt sich mit den verschiedenen Vorgehensweisen des Designprozesses von DesignerInnen. Es wurden insgesamt 62 Personen, die im Designbereich tätig sind, anhand von drei Forschungsmethoden (Umfragen, Interviews und Beobachtungen) befragt bzw. beobachtet. Ermittelt wurden wann und wo DesignerInnen am liebsten arbeiten und in welchen Bereichen sie dabei am meisten bzw. am wenigsten Zeit verbringen. Weiters wurde erforscht, wo DesignerInnen ihre Schwächen sehen sowie in welchen Bereichen sie vorzugsweise mit anderen Personen zusammenarbeiten. Folgende Ergebnisse ergaben sich aus den Befragungen und Beobachtungen: Am liebsten machen es DesignerInnen zuhause. Sie fühlen sich dabei nachts am produktivsten, und nur wenige sind kurz nach dem Aufstehen motiviert genug dazu. Weiters wurde festgestellt, dass Personen, die bei einer bestimmten *beep*-Stufe Schwächen hatten, angaben in dieser Phase vorzugsweise mit anderen zusammen zu arbeiten, um auf ein befriedigendes Ergebnis zu kommen. Außerdem wurde ermittelt, dass DesignerInnen zwischen ihren Schwächen und den Aufgaben, die sie ungern während des *beep* erarbeiten, keinen Unterschied machen.

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Einleitung

Jede/r DesignerIn ist schon einmal an dem Punkt angelangt an dem er/sie nicht mehr weiterweiß. Soll man noch ein paar Wireframes zeichnen oder doch schon mit dem Design beginnen? Wann soll man sich Feedback holen und was wollen die Kunden eigentlich genau? Um solche Situationen zu vermeiden, kann man sich an dem *beep* orientieren. Aber so unterschiedlich wie die Menschen, sind auch ihre Designprozesse und Herangehensweisen. Ist es dann überhaupt möglich den idealen Designprozess für jede Person zu finden?

Literature Research

Der Designprozess definiert die Reise eines jeden Designers um komplexe Probleme zu lösen. Jeder Autor interpretiert ihn anders und jede/r DesignerIn interpretiert diese Interpretation wiederum anders. Trotzdem gibt es ein immer wiederkehrendes Schema, bei dem man den Designprozess in ungefähr sechs Stufen unterteilen kann:

1. Briefing und Kennenlernen

2. Brainstorming

3. Wireframes und Sketches

4. Überprüfung und Tests

5. Design (.~*pixel perfect.~*)

6. Presentation

(7. Nochmal von vorne)

Es gibt viele Faktoren, die die Struktur des Designprozesses verändern können. Zum Beispiel die Arbeitszeit. Forscher haben herausgefunden, dass es einige kognitive Unterschiede zwischen Morgenmenschen und Nachtaktiven gibt. Nach 10 Stunden des wach seins sind Lärchen müde geworden, während Nachteulen gerade erst beginnen effektiv zu arbeiten.

Ein weiterer Faktor könnte auch die eigene Persönlichkeit sein. Man sagt, dass die Stärke eines Teams von den verschiedenen Perspektiven und Persönlichkeiten kommt. Von Extrovertierten bis zu leisen Genies, großartiges Design entsteht durch ein Team mit unterschiedlichen Persönlichkeitstypen, die alle zusammenarbeiten, um dasselbe Ziel zu erreichen. Die eigene Persönlichkeit definiert oft für welchen Job man am besten geeignet ist.

Über den Designprozess an sich gibt es unzählige Artikel, genauso viele wie es Persönlichkeitstests gibt. Allerdings finden sich keine Kombinationen aus beiden. Um eine Verbindung zwischen Arbeitsgewohnheiten, Charaktereigenschaften und eventuellen Schwächen im Designprozess heraus zu finden wurden folgende Methoden verwendet:

Research Methods

Online Umfrage

Um möglichst viele DesignerInnen in kürzester Zeit zu erreichen, wurde eine Online Umfrage mit 47 Teilnehmern an der FH JOANNEUM und der New Design University gestartet. Bei einer Umfrage handelt es sich um eine quantitative Methode Daten zu sammeln.

Interviews

Als zweite Forschungs-Methode wurden spontan fünf Interviews während des Designprozesses der Befragten durchgeführt. Diese Methode bezeichnet man als qualitative Art der Befragung, da man hier besser erfährt, wie die Befragten über das ausgewählte Thema denken und man bei Unklarheiten nachfragen kann.

Beobachtungen

Für die letzte Art der Datenerhebung wurden zehn aktive und passive Beobachtungen durchgeführt. Bei der aktiven Beobachtung nehmen BeobachterInnen am Geschehen teil, während man sich bei der passiven Beobachtung distanziert verhält und nur protokolliert. DesignerInnen wurden während verschiedenster Design-Phasen beobachtet, um ihre Verhaltensweisen in einem nicht kommunikativen Prozess zu erfassen.

Results

Die Datenerhebung gestaltete sich anfangs schwierig, da bei der Online-Umfrage keine Parallelen zwischen Charaktereigenschaften und Schwächen beim *beep* zu erkennen waren. Deshalb wurde bei den Interviews und Beobachtungen versucht tieferen Einblick zu bekommen. Obwohl die Ergebnisse anders als erwartet waren, fanden sich trotzdem interessante Verhaltensweisen.

Wo?

Die Umfrage ergab, dass von allen Teilnehmern 63,6% am liebsten zu Hause in den eigenen vier Wänden arbeiten. Als zweitliebster Arbeitsplatz ergaben sich die FH bzw. die Arbeit.

Wann?

Anscheinend stimmt es, dass kreative Menschen nachtaktiv sind, denn 65,9% arbeiten am liebsten nachts/abends und 34,1% vormittags oder nachmittags.

Mit wem?

Obwohl es nicht beabsichtigt war, ergab die Umfrage, dass bis auf 6 Personen alle in der Designprozess-Stufe am liebsten gemeinsam arbeiten, in der sie auch ihre Schwäche sehen. Nachdem es mehrere Antwortmöglichkeiten gab, zeigte sich auch, dass 87,7% am liebsten beim Brainstorming gemeinsam arbeiten.

Schwächen?

Erst bei den Interviews wurde festgestellt, dass zwischen Schwächen und Aufgaben, die man einfach nicht gerne macht, nicht unterschieden wird. Fast alle DesignerInnen arbeiten Konzepte vorzugsweise schön aus, ohne diese vorher zu testen und Nachforschungen zu betreiben. Daher ist es möglich, dass DesignerInnen mit dem Ergebnis selbst zufrieden sind, die Kunden jedoch nicht.

Zufrieden?

Grundsätzlich waren alle Befragten relativ zufrieden mit ihrem Endergebnis. Aber ob es die Kunden auch waren? Bei den Beobachtungen und Interviews zeichnete sich klar ab, dass DesignerInnen die Stufe 1-4 nur kurz besuchen und sich am liebsten in der 5. Stufe, beim Designen, aufhalten. Die Frage, ob sie ein paar Schritte nach zurück gehen würden, um inhaltlich ein besseres Design abliefern zu können, wurde eher verneint.

Conclusion

Der Designprozess ist ein sehr individuelles Thema und niemand kann oder soll ihn offiziell definieren. Es gibt etliche Faktoren, die die Struktur des *beep* verändern können, ob es nun die eigene Arbeitsweise oder der Charakter ist. Um seine Kunden zufrieden zu stellen sollte man Anfangs nicht gleich alles überstürzen, sondern sich Zeit nehmen bevor man sich Hals über Kopf auf ein Design stürzt.

Research-Links

https://medium.com/intro-to-digital-product-design/lecture-2-accidentally-uploaded-from-phonec23ef4aca05c
https://www.shutterstock.com/blog/night-owls-creativity
https://speckyboy.com/common-personality-types-best-designers/
https://mycreativetype.com

Bella Martin und Bruce Hanington: Universal Methods of Design, 2012 Rockport Publishers, Beverly, MA

ein illustrierter Charakter, der für alle Designer steht