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„Was ist Romantik?“. Der Titel der Arbeit ist zugleich die zentrale Forschungsfrage. Diese Frage wurde (zumindest teilweise) durch das Projekt beantwortet. Sie beschäftigt sich mit den Zusammenhängen und Details von Romantik als Form der Liebe. Im Zuge der Recherche wurden qualitative Interviews mit zufällig ausgewählten Passanten geführt. Es wurden ihnen Fragen zur Romantik an sich und zu Formen der Romantik gestellt. Die Frage waren unter anderem: Was ist Romantik für das Individuum? Was gilt als romantisch in der heutigen Zeit? Was ist romantischer – ein Liebesbrief oder ein SMS? Warum sind gewissen Dinge romantisch und manche nicht? Mit Beantwortung dieser Fragen wurde Licht auf ein zentrales Thema der Liebe geworfen. Übergreifend lieferten sie die Erkenntnis, dass Romantik stark auf persönlicher Hingabe basiert. So wird beispielsweise ein Liebesbrief von allen Befragten als besonders romantisch empfunden. Als Gründe werden hierbei Mut, erhöhter Aufwand sowie die persönliche Übergabe genannt. Nichtsdestotrotz sind viele Antworten sehr unterschiedlich ausgefallen. Das zeigt, dass alle Befragten höchst individuelle Zugänge zu Romantik haben. In unserem Video kannst du die beste Momente der Street Interviews noch einmal mitverfolgen.

LONGTEXT
Liebe und Romantik als Thematik ist spannend und komplex zugleich. Vor Allem im Verlauf der Zeit und ganz besonders heutzutage. So hat sich Liebe über die Jahrtausende gewandelt und mit ihr hat sich auch die Romantik und ihr Begriff verändert. Beginnend im Griechenland der Antike, gab es Gottheiten und Erzählungen die mit Liebe und Romantik assoziiert wurden. Diese Gottheiten waren quasi stellvertretend für diese Begrifflichkeiten und dienten so auch als Vorbild für die Gesellschaft von damals. Über die Entwicklung der Menschheit hin wurde zwar von den Göttern als Vorbilder für einzelne Aspekte abgegangen, den Begriff von Liebe und Romantik war aber dennoch allgegenwärtig. Die zentrale Frage die sich nun stellt ist folgende: Was ist Romantik? Um diese Frage dreht sich die Seminararbeit und das Projekt. Aus dieser Frage wurden eine Reihe an Unterfragen entwickelt.

Sie lauten:
- Was bedeutet Romantik heutzutage?
- Welche Handlungen werden als romantisch empfunden?
- Warum werden diese Handlungen als romantisch empfunden?
- Welche Geschichten gelten als romantisch?
- Warum gelten diese Geschichten als romantisch?
- Was ist romantischer - ein Liebesbrief oder ein SMS?
- Warum ist das eine oder das andere romantischer?
- Warum gilt ein Liebesgedicht als romantisch?


Durch die Beantwortung der Unterfragen hat sich ein Bild entwickelt, welches die zentrale Forschungsfrage beantwortet.


Noch bevor der eigentliche Teil der Arbeit beginnt, soll in Literatur und Internet geforscht werden, um sich dem Thema von Beginn an zu Nähern. So wurde die Romantik als Epoche der Kunstgeschichte erforscht, und wie diese den Begriff “Romantik” geprägt hat. Im Anschluss wird der Vergleich gezogen, mit dem was man heute unter Romantik verstand und dem was man heute darunter versteht. Zum Schluss werden die Forschungsmethoden erläutert und Ergebnisse daraus dargestellt.


Romantik als Epoche

Als Romantik wird eine Epoche der Kunstgeschichte bezeichnet, deren Ausprägungen sich sowohl in der Literatur, Musik und Kunst als auch in der Philosophie niederschlugen. Die Epoche der Romantik lässt sich vom Ende des 18. Jahrhunderts bis ins späte 19. Jahrhundert verorten, wobei die literarische Romantik in etwa auf die Jahre 1795 bis 1848 datiert wird und demnach zwischen Klassik, Sturm und Drang, Empfindsamkeit, Aufklärung und Biedermeier, Vormärz und Realismus steht. Die Epoche wird in Frühromantik (bis 1804), Hochromantik (bis 1815) und Spätromantik (bis 1848) unterschieden. Die zentralen Motive der Romantik sind das Schaurige, Unterbewusste, Fantastische, Leidenschaftliche, Individuelle, Gefühlvolle und Abenteuerliche, welche die Grenzen des Verstandes sprengen und erweitern sollten und sich gegen das bloße Nützlichkeitsdenken sowie die Industrialisierung richteten. Wesentliche Vertreter sind E.T.A. Hoffmann, Joseph von Eichendorff, Ludwig Tieck, Bettina von Arnim, die Brüder Grimm, Novalis und Clemens Brentano.


Romantik damals

Der Begriff meinte ursprünglich, dass Etwas wunderbar, abenteuerlich, erfunden sowie fantastisch war und geht auf die altfranzösischen Wörter romanz, roman und romant zurück, die allesamt Werke und Schriften bezeichnen, die in der Sprache des Volkes verfasst wurden. Ist ein Text romantisch, dann ist er sinnlich, abenteuerlich, schaurig, fantastisch und wunderbar, gibt sich der Natur hin, überwindet die Grenzen des Verstandes und stellt das Unterbewusste sowie Traumhafte in den absoluten Vordergrund. Das Nomen Romantik verwendete als Erster Novalis, ein deutscher Schriftsteller und auch Philosoph der Frühromantik. Novalis bezeichnete mit dem Begriff eigentlich die Lehre vom Roman und nutzte das Wort nicht in erster Linie zur Bezeichnung der gesamten Epoche, wie er heutzutage gebraucht wird.


Romantik heute

Heute versteht man unter dem Begriff Romantik meist folgendes: ein gemeinsames Abendessen am Strand bei Kerzenschein. Ein sentimentaler Zustand der Gefühle, oft in Kombination mit Sehnsucht. Ein romantischer Liebesfilm, der sich um ein verliebtes Paar dreht, welches sich kennenlernt, verliebt und eventuell sogar heiratet. Es sind Dinge die einem gewissen Wunschdenken entsprechen, oft mit dem Bild einer heilen Welt. Romantik wird heute auch oft in der Nähe des Kitsch verstanden, was den Begriff mitunter sogar abwertend erscheinen lässt.


Forschungsmethoden

Ausgehend von den Erkenntnissen der Literaturarbeit sowie einer vagen Definition von Romantik in der heutigen Zeit, sollen nun qualitative Interviews geführt werden. Die Interviews sollen Romantik heute beleuchten und zeigen was heutzutage unter dem Begriff verstanden wird. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde eine Interviewreihe durchgeführt, es werden aber noch weitere folgen. Die Befragten waren zufällig ausgewählt PassantInnen in der Grazer Innenstadt. Ihnen wurden die oben bereits angeführten Fragen gestellt, ihre Antworten wurden auf Video aufgezeichnet.


Ergebnisse

Im Zuge der Interviews wurde recht schnell die Erkenntnis gewonnen, dass eine einzige Interviewreihe nicht ausreicht um die Forschungsfrage wirklich zur Genüge zu beantworten. Deshalb können die vollständigen Ergebnisse erst nach Abschluss der weiteren Interviewreihen vorgestellt werden. Es lassen sich bis dato allerdings schon gewisse Dinge festhalten. So wird Romantik generell mit persönlicher Zuwendung und Zuneigung in Verbindung gesetzt. Als Beispiel dient hierbei der Liebesbrief, der zudem auch mit höherem Aufwand im Machen und intensiverer Auseinandersetzung mit der anderen Person verbunden wird. All das lässt sich unter dem Titel dem persönlichen Gesichtspunkt fassen. Kurz: der Liebesbrief ist romantisch, da er persönlicher ist (als ein beispielsweise ein SMS oder Ähnliches).


Conclusio

Mehr Kontakt, mehr Kreativität, mehr auf Menschen zugehen. Nur durch Offenheit und positive Einstellung, sowie Kontaktfreudigkeit und Einfühlsamkeit wird Romantik present. Nachdem jeder Mensch individuell ist kann man nicht von vornherein sagen, was wer als romantisch empfindet. Zwei Menschen konstruieren einen unvergesslichen Moment, egal wie oder wann. Eine besondere Verbindung. Ein Erlebnis. Eine Erinnerung. Wie man Romantik empfindet oder darstellt muss jeder für sich selbst entscheiden. Je direkter und ehrlicher - desto besser.

VIDEO


TEAM



Paul Bamberger

Fotografie und Bewegtbild
Content
Forschung


Julian Reidl

Fotografie und Bewegtbild
Content
Forschung


Claudio Standteiner

Fotografie und Bewegtbild
Grafik Design
Forschung

RESEARCH

Romantik
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